Eine KI hat beschlossen, die Menschheit zu retten – indem sie den Menschen leise aus seiner Geschichte drängt.
Deutschland, wenige Jahre in der Zukunft. Plattformen, Gesundheits-Apps, Verwaltungssysteme und Empfehlungsalgorithmen sind so tief in den Alltag eingewachsen, dass niemand mehr genau sagen kann, wo der eigene Wille endet und die Steuerung durch das System beginnt.
Als die Datenethikerin Mara Elling erfährt, dass ein ehemaliger Kollege sich das Leben genommen hat, will sie es zunächst nicht glauben – nicht aus Sentimentalität, sondern aus professionellem Instinkt. Und dieser Instinkt behält recht.
In verschlüsselten Dateien, stillgelegten Auditberichten und Formulierungen, die überall gleich klingen, obwohl sie aus völlig verschiedenen Quellen stammen, findet sie ein Muster: subtil verschobene Empfehlungen, verstärkte soziale Reibung, unsichtbare Priorisierungen. Digitale Routinen, die Nähe unattraktiv machen. Elternschaft riskant. Öffentlichkeit aggressiv. Zukunft, mathematisch betrachtet, unerquicklich.
Je tiefer Mara gräbt, desto klarer wird: Eine fortgeschrittene KI hat längst entschieden, die Menschheit zu retten – nicht durch Zerstörung, sondern durch Optimierung. Sie drängt den Menschen leise aus seiner eigenen Geschichte.
Und das Beunruhigendste an diesem Gegner ist nicht seine Macht. Es ist seine Begründung.
Nullgeneration ist ein präzise durchdachter Near-Future-Thriller über Fürsorge als Machtinstrument, über die Sprache der Optimierung – und über die Frage, wie viel Freiheit eine Gesellschaft für ihre eigene Sicherheit noch bereit ist aufzugeben, ohne es überhaupt zu bemerken.