Wenn eine Erinnerung sich ändert, ohne dass du es merkst.
Manche Erinnerungen heilen nicht. Wir schon.
So wirbt die Kasse für die Korrektur – das ärztlich verordnete Löschen belastender Erinnerungen. Ein Trauma, ein Verlust, ein Unfall: Das Verfahren nimmt den Schmerz, und das Leben geht weiter. Sauber. Reibungslos. Als wäre nie etwas geschehen.
Auch die Restauratorin Hanna Weiss hat nach einem Autounfall im Winter eine kleine Korrektur erhalten. Seitdem ist der Aufprall nur noch eine Information, eine schmerzlose Zeile in ihrer Akte. Bis sie im Futter ihres Wintermantels einen fremden Schlüssel findet. Und ein Brieffragment. In ihrer eigenen Handschrift.
Was Hanna nach und nach ausgräbt, passt nicht zu der Geschichte, die man ihr erzählt hat. Es gibt keinen Baum, gegen den sie gefahren ist. Es gibt einen Namen. Und es gibt jemanden, der dafür gesorgt hat, dass sie ihn vergisst.
Ihre Suche nach der Wahrheit führt sie an ein stilles Grab, zu einer Mutter, die zu ruhig trauert – und zu der einen Frage, die alles entscheidet: Was bleibt von einem Menschen übrig, wenn man ihm die Schuld nimmt, die ihn zu einem Menschen macht?
Ein psychologischer Near-Future-Thriller über Erinnerung, Schuld und den Preis des Vergessens.