Verurteilt, bevor die Tat geschieht
Eine Software, die Straftaten vorhersagt, klingt nach Science-Fiction. Die Vorstufen davon laufen seit Jahren in echten Polizeibehörden.
Predictive Policing ist keine Erfindung der Literatur. In mehreren Ländern werten Behörden seit Jahren Daten aus, um vorherzusagen, wo Straftaten wahrscheinlich sind. Meistens geht es dabei um Orte und Zeiträume, nicht um Personen. Meistens.
Die Grenze zwischen „an dieser Kreuzung passiert statistisch häufiger etwas" und „dieser Mensch wird statistisch wahrscheinlich etwas tun" ist technisch dünn. Rechtlich ist sie ein Abgrund.
Der Bruch mit einem sehr alten Prinzip
Unser gesamtes Rechtssystem beruht auf einer Reihenfolge: erst die Tat, dann das Verfahren, dann das Urteil. Diese Reihenfolge ist keine Formalität. Sie ist der Grund, warum man sich verteidigen kann.
Gegen eine Prognose lässt sich nicht verteidigen. Man kann nicht beweisen, dass man etwas nicht getan hätte. Es gibt kein Alibi für eine Zukunft, die nie eingetreten ist. Wer als Hochrisiko eingestuft wird, kann nur noch versuchen, sich unauffällig zu verhalten – und genau dieses Verhalten fließt wieder in die Bewertung ein.
Eine Maschine, die niemals irrt, ist kein Gegner mehr. Sie ist ein Spiegel.
Dazu kommt das Problem, das in der Fachliteratur seit Jahren diskutiert wird: Ein System, das aus historischen Daten lernt, lernt auch die Verzerrungen dieser Daten. Wenn bestimmte Stadtteile in der Vergangenheit stärker kontrolliert wurden, tauchen sie in den Daten häufiger auf. Der Algorithmus schließt daraus nicht auf ungleiche Kontrolldichte, sondern auf höhere Gefährlichkeit. Und empfiehlt mehr Kontrollen.
Wenn die Gutachterin selbst eingestuft wird
Die VERDICT-Trilogie dreht die Perspektive um. Maya Reyes ist keine Außenseiterin, die gegen das System kämpft. Sie ist Gutachterin. Sie hat mit dafür gesorgt, dass es funktioniert, und sie glaubt daran.
Bis eine Auswertung ihre eigene Einstufung auf Hochrisiko kippt – vierundzwanzig Stunden, bevor ihre eigene Vollzugseinheit sie findet. Fehlurteil ist von da an ein Fluchtroman durch eine Stadt, die ihr Gesicht kennt.
Vollstreckung weitet den Raum. Maya schafft es über die Grenze und begreift, dass es kein Draußen gibt: Fünf Staaten teilen längst, was keine Regierung je hätte sammeln dürfen. Und die Handschrift im Code gehört jemandem, den sie einmal geliebt hat.
Schuldspruch löst die Frage auf, die über beiden Bänden steht – mit einer Antwort, die unbequemer ist als jede Verschwörung. Mehr sei hier nicht verraten.

Band 1 der VERDICT-Trilogie. Eine Gutachterin wird zur Gejagten – vierundzwanzig Stunden Vorsprung, mehr bleibt ihr nicht.

Band 2. Über die Grenze geflohen, doch ihre Daten waren vor ihr da.

Band 3, das Finale. Eine Wahrheit, mit der Maya nie gerechnet hat.
Auf jaronfalk.ink findest du das vollständige Werkverzeichnis mit Leseproben, Klappentexten und Angaben zu jedem Roman – inklusive der englischen und spanischen Ausgaben.
Zu jaronfalk.ink →